Unsere Fernwärmeheizung in Kerzers
Unser Fernwärmenetz Kerzers liegt im Quartier Stöckenteilen, wo das Heizkraftwerk 2024 in Betrieb genommen wurde. Dieses Projekt, ursprünglich aus dem Wunsch lokaler Gemüsebauern entstanden, ihre Gewächshäuser nachhaltig zu beheizen, hat sich dank unseres Engagements und dem unserer Partner schnell ausgeweitet. Es steht im Einklang mit der Energiestrategie 2050 des Bundes und unterstützt die Energiewende des Kantons Freiburg und der Gemeinde Kerzers tatkräftig.
Fernwärme Kerzers entwickelt sich schrittweise: Zwei Etappen sind bereits fertiggestellt, während die dritte – welche insbesondere den Anschluss des Papiliorama ermöglicht – derzeit läuft und bis Ende 2025 abgeschlossen sein wird. Die nächste Etappe, die das Netz auf das Dorf Kerzers ausweiten soll, wird derzeit geprüft, wobei eine stufenweise Inbetriebnahme ab 2026 geplant ist.
Das Netz hat zwei Hauptaufgaben: Zum einen versorgt es die Gewächshäuser der Gemüsebauern mit erneuerbarer Energie, und ausserdem bestimmte Dorfbereiche sowie Infrastrukturen wie das Papiliorama. Die Wärme wird aus Holzspänen der lokalen Wälder und recyceltem Holz aus einem Umkreis von 50 km um das Kraftwerk erzeugt. Diese Energiequelle ermöglicht, regionale Ressourcen zu nutzen und gleichzeitig die CO₂-Emissionen deutlich zu reduzieren.
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Drei Fragen an den Beauftragten für Geschäftsentwicklung
Patrick Décorvet ist Beauftragter für Geschäftsentwicklung. Er setzt die Strategie und die Massnahmen zum Ausbau unserer Fernwärmenetze in den festgelegten Gebieten im Einklang mit den territorialen Richtplänen um. Seine Aufgabe besteht darin, Gemeinden und Projektträger bei ihrer Energieplanung zu begleiten und sie beim Umstieg auf nachhaltige Lösungen zu unterstützen.
Patrick Décorvet, was war die grösste technische Herausforderung bei diesem Projekt?
Die wohl grösste Herausforderung lag in den besonders feuchten Bodenbedingungen. Das im Seeland gelegene, wassergesättigte Gelände erforderte die Errichtung von Pfahlfundamenten mit nicht weniger als 168 Pfählen, um die Stabilität der Zentrale zu gewährleisten. Bei der Verlegung des Netzes stiessen wir auf dieselben Schwierigkeiten: Die Baugruben waren oft überflutet, sodass Spundwände (vertikal in den Boden gerammte Metallwände, die den Boden zurückhalten und verhindern, dass Wasser in den Arbeitsbereich eindringt) installiert werden mussten.
Und welche Vorteile hat dieses Projekt für die Umwelt?
Das Projekt entstand aus einem konkreten Bedarf heraus. Denn die Gemüsebauern von Kerzers müssen ihre Gewächshäuser bis 2030 CO2-neutral beheizen. Dank der Zentrale können sie dies nun erreichen und so die CO₂-Emissionen um ca. 8.000 Tonnen pro Jahr reduzieren. Langfristig wird der Energiemix – also die Summe aller zur Wärmeerzeugung genutzten Quellen – für Gemüsebauern zu 100 % und für angeschlossene Wohngebäude zu 90 % aus erneuerbaren Energien bestehen.
Weist dieses Netz innovative technische oder ökologische Merkmale auf?
Das Netz selbst basiert auf bewährten Technologien, unter Verwendung von Schweizer Holzspänen und unbehandeltem Altholz aus einem Umkreis von 50 km um das Kraftwerk. Eine wesentliche Neuerung ist jedoch das Beschickungssystem der Kessel: Ein automatischer Greifer mischt den Brennstoff (70 % Waldholz und 30 % unbehandeltes Altholz) mit einer Förderleistung von bis zu 90 m³ pro Stunde. Dieses automatisierte System ermöglicht eine effiziente und regelmässige Steuerung der Beschaffung. Zusätzlich wurden auf dem Dach der Zentrale 984 m² Photovoltaikmodule installiert, die jährlich 206'000 Kilowattstunden produzieren (d. h. erzeugte und verbrauchte elektrische Energie), hauptsächlich für den Eigenverbrauch.