Unsere Freiburger Fernwärme
In Freiburg wurde das Fernwärmenetz 1993 mit der Inbetriebnahme unserer ersten Zentrale auf dem Universitätsgelände Pérolles eingerichtet. 2019 haben wir in Zusammenarbeit mit den Partnergemeinden ein strukturiertes Programm gestartet, mit dem wir das Netz schrittweise auf den gesamten Grossraum Freiburg ausweiten wollen.
Der Ausbau unseres Freiburger Fernwärmenetzes wird schrittweise bis 2060 geplant. Heute ist es in den Gemeinden Freiburg, Corminboeuf, Givisiez, Granges-Paccot, Hauterive, Marly, Matran und Villars-sur-Glâne vertreten. Das Besondere daran ist seine Struktur: Sieben Zentralen nutzen lokale und sich ergänzende Energiequellen wie Wärme aus Abfallverbrennung, industrielle Abwärme, Wärme aus dem Saanewasser, Abwasser aus Kläranlagen (ARA), Holz aus regionalen Wäldern und Biogas. Erdgas wird als Zusatz- und Notfallenergiequelle eingesetzt.
Das Netz hat eine breite Ausrichtung: Wohnhäuser, öffentliche Gebäude und industrielle Infrastrukturen im Grossraum Freiburg mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Das Freiburger Fernwärmenetz verdeutlicht unser langjähriges Engagement für die Energiewende des Kantons und unseren aktiven Beitrag zur Energiestrategie 2050 des Bundes.
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Drei Fragen an den Fernwärmenetz-Verantwortlichen
Timothée Demierre ist Fernwärmenetz-Verantwortlicher. Er ist an der Festlegung der Strategie des Fernwärmenetzes Freiburg beteiligt und sorgt für die reibungslose Koordination aller Projekte, die zu deren Umsetzung beitragen.
Timothée Demierre, was war die grösste technische Herausforderung bei diesem Projekt?
Die grösste Herausforderung besteht darin, den Bau der Zentralen, die Verlegung der Leitungen und die Bedürfnisse unserer Kunden aufeinander abzustimmen. Zentralen sind umfangreiche Projekte, die Fragen hinsichtlich der Raumplanung aufwerfen. Was die Leitungsnetze betrifft, so müssen diese in Abstimmung mit anderen Einrichtungen wie Wasser-, Strom- oder Strassenbauämtern verlegt werden, um Beeinträchtigungen zu begrenzen. Schliesslich kommen die Bedürfnisse unserer Kunden bei den Heizungssanierungen zutage, welche nur ca. alle zwanzig bis fünfundzwanzig Jahre stattfinden. Diese drei Aspekte unter einen Hut zu bringen ist eine grosse Herausforderung, für die wir kreative Lösungen finden müssen.
Und welche Vorteile hat dieses Projekt für die Umwelt?
Das Fernwärmenetz Freiburg wird es uns ermöglichen, die Treibhausgasemissionen bis 2050 deutlich zu reduzieren, und zwar um bis zu 100'000 Tonnen CO2 pro Jahr. Wir werden auch gemeinsam mit unseren Partnern heimisches Holz aufwerten. Ausserdem werden all unsere Bauvorhaben von Unternehmen aus der Region ohne Untervergabe durchgeführt, was die lokale Wirtschaft stärkt.
Weist dieses Netz innovative technische oder ökologische Merkmale auf?
Ja, auch wenn das derzeitige Netz aus der dritten Generation stammt – also ziemlich standardmässig ist – entwickeln wir zwei vielversprechende Innovationen. Die erste besteht darin, komprimiertes CO₂ in einem geschlossenen Kreislauf zu nutzen, der die Energie zwischen dem Schiffenensee und dem Kraftwerk Englisberg transportiert. Diese Technik reduziert sowohl den Aufwand für die Rohrverlegung – weil die Rohre weniger Durchmesser haben – als auch den Energieverbrauch für die Wärmeübertragung – da CO₂ leichter durch die Rohre strömt. Die zweite sind Speicherkavernen: Sie speichern Energie, um sie zum richtigen Zeitpunkt wieder abzugeben. Dies ist ein echter Vorteil für die Einbindung von mehr erneuerbarer Energie, die oft weniger vorhersehbar ist als fossile Energieträger. Die erste Kaverne könnte bis 2030 entstehen.