Reparieren statt wegwerfen

Um den ökologischen Herausforderungen gerecht zu werden, engagiert sich Alexandre Chappuis, Cybersicherheitsspezialist bei Groupe E, im Repair Café in Freiburg. Dort repariert er Gegenstände, um Verschwendung zu vermeiden und einen nachhaltigen Umgang mit Energie zu fördern.

Das Repair Café steht in erster Linie für ein Konzept, das sich gegen geplante Obsoleszenz einsetzt, insbesondere was Elektronik betrifft. Die Bewegung entstand 2009 in den Niederlanden und verbreitete sich schnell in anderen europäischen Ländern, und so erreichte sie 2016 Freiburg.

Einmal pro Vierteljahr finden Treffen im MIY (Make it Yourself) MakerSpace in Freiburg statt. Rund zehn freiwillige Reparatur-Fachkräfte sind vor Ort und zeigen den Besuchern, wie sie ihre Gegenstände reparieren können, anstatt sie wegzuwerfen.

Erfolgsrate 70%
Alexandre führt aus, dass es alle möglichen Anfragen gibt, von Computern über Smartphones und Kleidung bis hin zu CD-Playern, Bügeleisen oder Nähmaschinen. Er schätzt die Zahl der erfolgreichen Reparaturen auf etwa 70 %.

Bei manchen anspruchsvolleren Reparaturen kann das Freiwilligenteam den «Schweregrad» des Problems einschätzen, die Person beraten und sie weiterverweisen, damit sie eventuell fehlende Teile beschaffen kann. Dann können die Besucher beim nächsten Repair Café wiederkommen. Nicht zu vergessen ist Software, welche manchmal eine Anleitung für Nutzung und Installation erfordert.

Alexandre schmunzelt zum Beispiel, wenn er an einen Rentner aus Solothurn denkt, der extra für mehrere Geräte angereist war und ihn bat, seinen Computer zu reparieren und Radio Swiss Pop den Internet-Favoriten hinzuzufügen.

Der Freiburger Verein hat schon öfter mit der Fédération Romande des Consommateurs, der Stiftung für Konsumentenschutz, Le Nouveau Monde und bluefactory zusammengearbeitet. Seit 2016 wirkt er mit der Berufsschule Freiburg zusammen, da ihm die Sensibilisierung junger Menschen für das Thema Recycling am Herzen liegt. So können diese praktische Erfahrungen sammeln und ihre Fähigkeiten einbringen.

Foto von Alexandre Chappuis


Heimwerken, vom Vater an den Sohn weitergegeben
Alexandre hat sein handwerkliches Geschick von seinem Vater geerbt, der zur Eröffnung des ersten Repair Café der Schweiz in Sitten beigetragen hat, wo Alexandre ebenfalls tätig war. Für ihn war es nur logisch, bei seiner Ankunft in Freiburg die Tätigkeit als Computerreparateur zu übernehmen und dem Komitee beizutreten.

In Zukunft möchte der Verein die Organisation fachlich strukturieren, mehr Veranstaltungen anbieten und mit Staat oder Unternehmen zusammenarbeiten. Laut Nicole Odermatt, der derzeitigen Leiterin, «ist der Mehrwert des Repair Café sowohl ökologischer als auch sozialer Natur».

Europaweit streben Lobbyisten an, die Politik zu beeinflussen, damit das Recht auf Reparatur gesetzlich verankert, die Lebensdauer von Geräten verlängert, der Zugang zu Ersatzteilen erleichtert und der Zugriff auf Montageanleitungen möglich wird.