Das Stromnetz stärken – gezielt und nachhaltig
Im ersten Artikel zum Thema «Netz der Zukunft» haben wir gesehen, warum sich das Stromnetz im Rahmen der Energiewende weiterentwickeln muss. Dieser zweite Beitrag konzentriert sich auf seine Stärkung. Kabel, Transformatoren und Infrastrukturen sind unerlässlich, um dem steigenden Leistungsbedarf gerecht zu werden und die neuen Nutzungsformen zu unterstützen.
Das Netz stärken – worum geht es dabei konkret?
Bei der Stärkung des Netzes geht es nicht nur darum, veraltete Ausrüstung zu ersetzen. Es bedeutet auch, die Kapazität bestimmter Komponenten dort zu erhöhen, wo die Stromflüsse zu stark zunehmen.
Konkret ist das möglich durch:
- den Austausch eines Transformators gegen ein leistungsfähigeres Modell,
- die Verlegung eines Kabels mit grösserem Querschnitt als Erd- oder Freileitung.
Diese Eingriffe erfolgen ganz gezielt. Sie werden bestimmten, oft örtlich begrenzten Anforderungen gerecht und müssen zum richtigen Zeitpunkt umgesetzt werden, um die Zuverlässigkeit des Netzes ohne übermässige Investitionen zu gewährleisten.
Wozu dient ein Transformator?
Ein elektrischer Transformator wandelt die Hochspannung des transportierten Stroms in eine lokal nutzbare Niederspannung um, um eine sichere Stromversorgung von gleichbleibend hoher Qualität sicherzustellen.
Mithilfe von Messungen am richtigen Ort verstärken
Um eine unnötige Aufrüstung zu vermeiden, basieren die Entscheidungen heute auf einer detaillierten Analyse der tatsächlichen Stromflüsse.
Bei Groupe E ermöglichen es die Daten der intelligenten Zähler in Verbindung mit der genauen Kenntnis des Netzes, die Last jedes Transformators und jedes Kabels zu bestimmen. Dies macht eine gezielte Verstärkung genau dort möglich, wo sich tatsächlich Grenzen abzeichnen. Statt überall «zur Sicherheit» zu verstärken, geht es darum, dort einzugreifen, wo es wirklich erforderlich ist, und das zum richtigen Zeitpunkt.
Im Hintergrund: kompetente Mitarbeitende
Für die Stärkung des Netzes sind in erster Linie die Mitarbeitenden von Groupe E – vor Ort und in den Büros – verantwortlich. Die Vor-Ort-Teams installieren Kabel und Transformatoren, inspizieren Leitungen und sichern Baustellen, während Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Planerinnen und Planer Daten analysieren, Bedarfe evaluieren und Entscheidungen vorbereiten. Diese enge Zusammenarbeit ermöglicht einen zielgerichteten und zuverlässigen Einsatz im Dienste des Netzes der Zukunft.
«Ich habe mich für diese Lehre entschieden, weil ich einen handfesten Beruf erlernen, etwas mit den Händen machen, etwas bewegen wollte. Meine Aufgabe ist es, die Menschen mit Strom zu versorgen, und darauf bin ich stolz.» Valentin Audergon, seit zehn Jahren Netzelektriker bei Groupe E.
Nachhaltigere Transformatoren dank recyceltem Öl
Zur Stärkung des Netzes gehört auch, die eingesetzten Technologien weiterzuentwickeln. So zählt Groupe E zu den ersten Akteuren in der Schweiz, die in Zusammenarbeit mit Hitachi Energy einen neuen Transformator mit recyceltem Öl in Betrieb genommen haben.
Diese Anlage ist technisch identisch mit einem herkömmlichen Transformator, zeichnet sich jedoch durch eine geringe Umweltbelastung aus. Das Isolieröl stammt aus alten Transformatoren. Es wird regeneriert und anschliessend wiederverwendet, sodass auf neu gefördertes Rohöl verzichtet werden kann.
Mit dieser Lösung kann der CO2-Fussabdruck des Isolieröls um bis zu 90 Prozent reduziert und der Recyclinganteil im Transformator um rund 20 Prozent erhöht werden. Ein konkretes Beispiel dafür, wie die Stärkung des Netzes auch im Sinne der Kreislaufwirtschaft erfolgen kann.
Sehen Sie sich das Video an, um mehr über das von Hitachi recycelte Öl zu erfahren
Transformatoren und Kabel bleiben Schlüsselkomponenten des Stromnetzes. Durch ihre gezielte Verstärkung lässt sich eine zuverlässige Versorgung gewährleisten, bei der Kosten und Umweltauswirkungen unter Kontrolle bleiben. Diese grundlegende Arbeit, die die Teams von Groupe E tagtäglich leisten, bildet eine konkrete Säule des Netzes der Zukunft.