Wenn Desinformation unsere Energiezukunft bedroht

Im Herzen der europäischen Energiedebatte liegt ein frappierender Widerspruch. 88 % der europäischen Bürgerinnen und Bürger wünschen sich, dass die Europäische Union die erneuerbaren Energien stärker ausbaut. Dennoch werden auf dem gesamten Kontinent Windprojekte verzögert, blockiert oder aufgegeben. Zwischen diesen beiden Realitäten klafft eine Lücke, die einen Namen hat: Desinformation.

Dies dokumentiert ein Bericht von WindEurope mit dem Titel „Wind Energy Dis- and Misinformation, Undermining Europe’s Security and Competitiveness“. Die Schlussfolgerungen sind sowohl fundiertals auch beunruhigend.

Die antiwind-Desinformation ist kein Produkt spontaner Bürgerbefürchtungen. Sie ist ein strukturiertes Ökosystem, an dem mehrere Arten von Akteuren mit unterschiedlichen Motivationen, aber konvergierenden Narrativen beteiligt sind: organisierte Anti-Wind-Gruppen mit grenzüberschreitenden Netzwerken, rechtspopulistische politische Akteure, Medien, die irreführende Rahmungen übernehmen, und im Hintergrund ausländische Interessen. Die NATO identifiziert den Kreml als wichtigsten Träger negativer Diskurse über grüne Energien seit dem Einmarsch in die Ukraine, da Russland ein ureigenes Interesse daran hat, eine Transition zu bremsen, die Europas Abhängigkeit von seinen Kohlenwasserstoffen verringert.

Was die Analyse der sozialen Medien zeigt
WindEurope analysierte die Aktivität von 573 Anti-Wind-Konten auf sechs Plattformen zwischen Mai 2024 und Februar 2026. Das Ergebnis: fast 43’000 Veröffentlichungen, 6,3 Millionen Interaktionen und Dutzende von Millionen Aufrufen. Vier Narrative konzentrieren den Grossteil des Inhalts: Denunziation verborgener Interessen, Umweltzerstörung, technologische Unbrauchbarkeit und wirtschaftliches Versagen. Von Land zu Land identische Themen, verstärkt durch Algorithmen, die strukturell Angst und Empörung gegenüber verifizierten Fakten begünstigen.

Sehr konkrete wirtschaftliche Folgen
Dieser Bericht geht weit über eine reine Analyse sozialer Medien hinaus – er dokumentiert den realen Schaden. In Bulgarien führte eine Kampagne, die auf der Behauptung basierte, Windturbinen verursachten Krebs, zur Blockierung eines Projekts im Wert von 1,2 Milliarden Euro. In Österreich mündete ein unter dem Druck der Rechtsextremen organisiertes Referendum in einem Bauverbot auf 99,93 % des Territoriums einer ganzen Region, was Investitionen von 600 Millionen Euro gefährdet. In mehreren Ländern hat die Radikalisierung der Debatte sogar zu physischen Sabotageakten auf Windbaustellen geführt.

Was dies für die Schweiz bedeutet
Die Schweiz ist nicht immun gegen diese Dynamiken. Die in den Nachbarländern kursierenden Narrative überschreiten Grenzen ohne Pass. Die europäischen Anti-Wind-Gruppen kooperieren miteinander. Die NZZ wird im Bericht übrigens als Beispiel für ein Mitte-rechts-Medium genannt, das eine irreführende Rahmung der Energietransition in Deutschland aufgegriffen hat.

Dabei hat die Schweiz einen dringenden strukturellen Bedarf, die Windenergie auszubauen. Ihr winterliches Stromdefizit kann nur durch Quellen gedeckt werden, die genau im Winter produzieren. Windenergie ist diese Quelle. Die vom Volk gebilligte Energiestrategie 2050 setzt ein Ziel von 4,3 TWh jährlicher Windproduktion. Heute sind wir davon noch weit entfernt.

Die Mechanismen der Desinformation zu verstehen bedeutet, sich die Mittel zu geben, ihr zu begegnen – mit Fakten, Pädagogik und Transparenz. Das ist der Anspruch dieses Berichts. Und das ist auch der Anspruch jedes Windprojekts, das sich Gemeinde für Gemeinde, Kamm für Kamm in unserem Land entwickelt.

Groupe E Greenwatt angesichts dieser Desinformation
Greenwatt verkörpert dieses Engagement konkret. Als Tochtergesellschaft von Groupe E, spezialisiert auf die Entwicklung neuer erneuerbarer Energien, konzipiert, realisiert und betreibt sie Photovoltaikanlagen und entwickelt Windparks, um die Umsetzung der Energietransition zu fördern.

Seit 2007 präsent, hat das Unternehmen gelernt, mit Debatten umzugehen, die manchmal mehr emotional als rational geworden sind. Angesichts dieser Widerstände arbeitet Groupe E Greenwatt in Partnerschaft mit Gemeinden und Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern, und jedes Projekt wird Gegenstand umfassender Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen. Genau dieser im Dialog und in den Fakten verwurzelte Ansatz stellt die beste Antwort auf die Desinformation dar.

Quelle: WindEurope, „Wind Energy Dis- and Misinformation – Undermining Europe’s Security and Competitiveness“, 2025. Bericht erstellt in Zusammenarbeit mit CASM Technology. Verfügbar auf windeurope.org.