Informationen zur Windkraft: richtig oder falsch? Fakten von Meinungen unterscheiden

«Windkraftanlagen produzieren vor allem im Winter»
✔ Richtig: In der Schweiz werden rund zwei Drittel des per Windenergie erzeugten Stroms im Winterhalbjahr produziert, wenn die Stromerzeugung aus Sonnenenergie geringer ausfällt und der Stromverbrauch steigt (Heizung, Beleuchtung, Mobilität).

Windkraftanlagen laufen das ganze Jahr, weisen eine Verfügbarkeit von über 95 Prozent auf und produzieren fast durchgehend Strom.

«In der Schweiz gibt es zu wenig Wind, um Strom zu produzieren»
✖ Falsch: Der Wind in der Schweiz ist ausreichend und gut bemessen. Moderne Windkraftanlagen sind für den Betrieb auch in mässig windigen Regionen (ab ca. 3 m/s Windstärke) vom Jura bis zu den Alpen ausgelegt. Der Beweis: Im Oktober 2024 installierte Groupe E einen Messmast am Spitzberg. Erste Daten bestätigen bereits das Windpotenzial der Region. Diese öffentlich zugänglichen, transparenten Messungen lassen sich über ein interaktives Dashboard ganz einfach abrufen. Hier können Sie es testen. 

«Bei der Lancierung eines Projekts muss man sich nicht auf ein bestimmtes Windkraftmodell festlegen»
✔ Richtig: Damit ein Windpark genehmigt werden kann, ist es nicht erforderlich, sich von Anfang an auf ein bestimmtes Windkraftmodell festzulegen. Entscheidend ist, dass ein klarer Rahmen definiert wird: maximale Höhe, Standort, maximale Lärmemissionen, Schattenwurf, Schutz der Fauna, Frostmanagement etc. Das Bundesgericht hat dies im Dezember 2025 bestätigt: Die letztlich installierte Windkraftanlage muss lediglich diese strengen Grenzwerte einhalten. Eine Klarstellung, die Projekte überschaubarer und sicherer macht … und verhindert, dass diese aus administrativen Gründen blockiert werden. 

«Der Bau von Windkraftanlagen erfordert enorme Mengen an Beton» 
✔ Richtig: Die für den Bau einer Windkraftanlage benötigte graue Energie ist nach sechs bis zwölf Monaten Betriebszeit kompensiert. Über den gesamten Lebenszyklus hinweg gehört Windkraft neben Wasserkraft zu den Stromquellen mit den geringsten CO2-Emissionen. Das Fundament einer Windkraftanlage entspricht dem von vier bis fünf modernen Einfamilienhäusern. Im Gegensatz zu einem Ein- oder Mehrfamilienhaus produziert eine Windkraftanlage jedoch 25 bis 30 Jahre lang Strom für rund 2500 Personen.

«Windkraftanlagen machen viel Lärm»
✖ Falsch: Bei vorgeschriebenem Abstand beträgt der Geräuschpegel 40–45 Dezibel, was einer Spülmaschine oder einem ruhigen Gespräch entspricht. Ohrstöpsel sind nicht nötig.

«Windkraftanlagen töten massenhaft Vögel»
✖ Falsch: Windenergieanlagen werden mit Bedacht aufgestellt: Sensible Gebiete werden gemieden, Studien werden durchgeführt und temporäre Abschaltungen ermöglichen es, das Risiko für Vögel und Fledermäuse zu begrenzen. Die grösste Gefahr für Vögel ist nicht der Wind, sondern der Klimawandel, der rund 75 Prozent der Brutvögel in Europa bedroht. Da die Windenergie die CO₂-Emissionen senkt, trägt sie also auch zu deren Schutz bei.

«Die Bevölkerung ist gegen Windkraftprojekte»
✖ Falsch: Seit 2012 wurde die grosse Mehrheit der Gemeindeabstimmungen über Windenergieprojekte in der Schweiz angenommen. Zudem würden 59 Prozent der Befragten keine Nachteile darin sehen, eine Windkraftanlage vom eigenen Balkon[1] aus zu sehen. Seit 2012 sind 31 der 38 Abstimmungen zu konkreten Windparkprojekten positiv ausgefallen.
Wenn Sie mehr über die demokratischen Prozesse beim Bau von Windparks erfahren möchten, klicken Sie hier.

«Windkraftanlagen entwerten Immobilien»
✖ Falsch: Mehrere Schweizer Studien (über 65 000 analysierte Transaktionen) zeigen, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein von Windkraftanlagen und einer Wertsenkung des Immobilienbestands gibt. 

«Windkraftanlagen werden installiert, ohne die Bürgerinnen und Bürger nach ihrer Meinung zu befragen»
✖ Falsch: In der Schweiz ist die Abstimmung über eine Windkraftanlage aufwendiger als die Wahl eines Gemeinderats. Von der Planung über die Umweltverträglichkeitsprüfung, die öffentliche Auflage, die Einsprachen (bis zum Bundesgericht) bis hin zur Genehmigung der Anschlusspläne können bei einem grossen Park 10 bis 15 Jahre von der ersten Vorlage bis zur definitiven Freigabe vergehen.