Ein Freiburger Projekt, das die Produktion erneuerbarer Energien optimiert und den Lebensraum der Saane unterstützt.
Das von Groupe E unter Einhaltung der Umweltauflagen entwickelte Projekt Schiffenen-Murten (ScheM) erstreckt sich vom Wasserkraftwerk Schiffenen bis zum Murtensee. Es zielt darauf ab, die Saane nachhaltig wiederherzustellen und gleichzeitig die 100% erneuerbare Stromproduktion zu stärken.
Das Projekt Schiffenen-Murten, die vom Kanton Freiburg bevorzugte Variante, verringert die Auswirkungen von Schwall und Sunk auf Fauna und Flora und optimiert die Nutzung der Ressource Wasserkraft. So verbindet das Projekt Energieeffizienz mit dem Erhalt natürlicher Lebensräume zum Wohle der Region und ihrer Bevölkerung.
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Dialog mit Interessengruppen
Das Projekt Schiffenen-Murten wird in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Interessengruppen entwickelt, die über den gesamten Prozess hinweg eingebunden sind.
| Plenum | Eine Gruppe von ca. 100 Personen |
| Eine aktive Konsultationsgruppe | Rund 20 Personen, darunter:
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| Vier themenbezogene Arbeitsgruppen |
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| Die Gemeinden | |
| Kantone |
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Fragen und Antworten
Das Projekt wurde Groupe E formell vom Kanton Freiburg im Rahmen der angeordneten Pflicht zur Sanierung des Sunk- und Schwallbetriebs gemäss Gewässerschutzgesetz übertragen. Dieser Entscheidung folgten zahlreiche Technik- und Umweltstudien sowie eine Konsultation der Interessengruppen.
Es wurden drei Sanierungsvarianten analysiert. Die Wahl fiel auf die Variante Schiffenen-Murten, da sie:
- die wirksamste Variante ist, um die Auswirkungen von Schwall und Sunk in der Saane zu beseitigen,
- die einzige Variante ist, die einen Energiegewinn bietet und
- die kostengünstigste Variante für den eidgenössischen Sanierungsfonds ist.
Mit dem Projekt wird die Stromproduktion um rund 100 GWh pro Jahr gesteigert, was dem Verbrauch von rund 23 000 Haushalten entspricht. Die Gesamtproduktion wird rund 280 GWh pro Jahr erreichen.
Vor allem sorgt das Projekt für 50 GWh zusätzliche Produktion im Winter, die für die Versorgungssicherheit der Schweiz von zentraler Bedeutung ist. Diese Energie ist steuerbar, d. h. in Echtzeit an den Bedarf anpassbar, und profitiert vom grossen Rückstau des Greyerzersees im Oberlauf, der in kritischen Zeiten eine permanent mobilisierbare Reserve zur Verfügung stellen kann.
Das Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer schreibt eine Sanierung bis 2030 vor, um die ökologischen Auswirkungen der Wasserkraftwerke zu beschränken. Zu den Sanierungsmassnahmen zählen die Abfederung der Auswirkungen von Schwall und Sunk, die Wiederherstellung der freien Fischwanderung und die Wiederherstellung des Geschiebehaushalts. Das Projekt Schiffenen-Murten ermöglicht es, diese Verpflichtung zu erfüllen und gleichzeitig die Produktion erneuerbarer Energien zu stärken.
Schwall und Sunk ist ein künstliches Phänomen, das durch die raschen Abflussschwankungen der Saane verursacht wird. Diese beeinträchtigen die natürliche Umgebung erheblich und führen zur vorübergehenden Austrocknung der Ufer, zur Zerstörung aquatischer Lebensräume, zum Stranden und Sterben von Fischen sowie zu einer Störung des Sedimenttransports. Diese Auswirkungen können die Biodiversität und insbesondere die Entwicklung der Fischfauna beeinträchtigen.
Geschiebe ist der natürliche Transport von Kies und Sedimenten am Grund des Flusses. Es ist wichtig, um ein Flussbett stabil zu halten, die Erosion zu begrenzen und aquatische Lebensräume zu erhalten. Das Projekt Schiffenen-Murten trägt dazu bei, diesen natürlichen Prozess gemäss den Anforderungen des Gewässerschutzgesetzes wiederherzustellen.
Das Projekt verbessert die Fischwanderung, die für den Lebenszyklus der Fische von entscheidender Bedeutung ist. Der Aufstieg (flussaufwärts zur Fortpflanzung) erfolgt über einen mit der Saane verbundenen Fischlift, der es ermöglicht, die Staumauer von Schiffenen zu überwinden.
Der Abstieg (flussabwärts, insbesondere von Jungtieren) wird auf Bundesebene noch untersucht. Der Kanton Freiburg wird nach Vorliegen der Ergebnisse über die definitiven Massnahmen entscheiden, um eine angemessene und wirksame Lösung zu gewährleisten.
Das Projekt verläuft grösstenteils unterirdisch, mit Ausnahme einiger schlichter technischer Anlagen für Wasserfassung und Rückleitung. Es gibt keine neue Staumauer und keine grösseren Landschaftsveränderungen.
Das Projekt befindet sich derzeit in der Studienphase. Es werden Studieninhalte und Zwischenergebnisse erörtert, die transparent mit Behörden und Interessengruppen geteilt werden. Die Kompensationsmassnahmen werden zu einem späteren Zeitpunkt auf der Grundlage der tatsächlich festgestellten Auswirkungen geprüft.
Die Investition wird auf rund 400 Millionen Schweizer Franken geschätzt. Das Projekt wird von Groupe E getragen und kann gemäss dem geltenden gesetzlichen Rahmen vom Bund finanziert werden.
Um vom Bund finanziell unterstützt zu werden, müssen die Arbeiten vor Ende 2030 aufgenommen werden. Bis dahin werden die Technik- und Umweltstudien sowie die Bewilligungsverfahren fortgesetzt.
Bei den Konsultationen bei Gemeinden, Kantonen, Umweltverbänden und weiteren betroffenen Akteuren waren keine Haltungen erkennbar, die eine Fortsetzung des Projekts blockieren würden. Das Konzept basiert auf einem eingehenden partizipativen Prozess, der den Dialog, die Transparenz und ein Vertrauensverhältnis zwischen allen Interessengruppen fördert, die eng in die Projektentwicklung eingebunden sind.