Seilbahn und Microtunneling im Dienst der Energiewende

Nach der Fertigstellung des Kraftwerks PLACAD im November 2025 läutet Groupe E mit dem Bau der Verbindung zwischen dem Kraftwerk PLACAD auf der Pérolles-Ebene und der Staumauer Magere Au eine weitere wichtige Etappe ein. Im Rahmen des Projekts soll die Wärme der Saane zum Kraftwerk transportiert und die Versorgung des Freiburger Fernwärmenetzes gestärkt werden.

Das Ziel ist klar: fossile Energien schrittweise durch lokale, erneuerbare Energiequellen ersetzen. Langfristig wird das Kraftwerk PLACAD jährlich rund 60 GWh Wärme und 5 GWh Kälte erzeugen, was dem Energieverbrauch von knapp 7500 Haushalten entspricht. Das Kraftwerk allein wird 10% des Bedarfs des Freiburger Fernwärmenetzes an erneuerbarer Energie erzeugen.

Konkret bedeutet dies, dass die Wärme der Saane an der Staumauer Magere Au gefasst, über eine 1,2 km lange unterirdische Leitung zum Kraftwerk transportiert, mithilfe von Wärmepumpen nutzbar gemacht und schliesslich ins Netz eingespeist wird. 

Die Realisierung dieser Verbindung stellt aus technischer Sicht sowie aufgrund der topografischen Bedingungen und der erheblichen Umweltauflagen eine grosse Herausforderung dar. Das Vorhaben ist in drei Schlüsseletappen gegliedert:

  1. Querung der Saane – zentrale ökologische Herausforderung
    Die Arbeiten werden in zwei Etappen ausgeführt, zuerst auf der einen Hälfte des Flussbetts, dann auf der anderen, um einen stetigen Wasserfluss zu gewährleisten. Sie finden ausserhalb der Laichzeit von Forelle und Äsche statt und werden im Rahmen eines Umweltmonitorings von Juni bis Oktober 2026 akribisch überwacht. (Juni bis Oktober 2026)
     
  2. Felsarbeiten mit Seilbahninstallation
    Die Schaffung von Zufahrtsstrassen ist in diesem Felsenabschnitt nicht denkbar. Eine Materialseilbahn wird deshalb eingesetzt, um das Material über den Luftweg zu befördern, was den Bodenbedarf begrenzt und der Walderhaltung dient. 
    (April 2026 bis Dezember 2027)
     
  3. Untertunnelung der Tennisplätze des Kollegiums Heilig Kreuz
    Um den Betrieb des Kollegiums Heilig Kreuz aufrechtzuerhalten, erfolgt die Leitungsverlegung mittels Microtunneling unter den Tennisplätzen. Ein 130 m langer Tunnel wird ohne oberirdische Eingriffe realisiert, um eine ununterbrochene Nutzung zu gewährleisten und die Beeinträchtigungen der Anwohnerschaft so gering wie möglich zu halten. (April 2026 bis Juni 2027)

Voraussichtliche Inbetriebnahme im Mai 2028
Die Inbetriebnahme des Kraftwerks wird einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des Energiemix markieren und für einen höheren Anteil erneuerbarer Energien an der gelieferten Energie sorgen. Das Kraftwerk wird es ermöglichen, die CO₂-Emissionen um rund 18 000 Tonnen pro Jahr zu senken, was rund 7 Millionen Litern Heizöl entspricht, und die Versorgungssicherheit zu stärken. Groupe E wird transparent und regelmässig über das Projekt berichten: Die Website www.cad-fribourg.ch/de bietet einen Überblick über den Projektfortschritt und Zugang zu aktualisierten Informationen pro Etappe.