Die HES-SO und Groupe E starten ein Pilotprojekt für das Stromnetz

Groupe E arbeitet seit über fünf Jahren mit der HES-SO an Forschungs- und Innovationsprojekten im Energiebereich zusammen. Diese Projektpartnerschaften sind für Groupe E von entscheidender Bedeutung: Sie ermöglichen es, neue Ideen zu testen, konkrete Lösungen zu erarbeiten und die Entwicklung des Energiesystems besser vorzubereiten. Zu diesen Gemeinschaftsprojekten zählt auch das Projekt «Smart Energy District». Nachfolgend finden Sie die Medienmitteilung zu diesem Forschungsprojekt. 

Medienmitteilung der HES.SO 

Verbesserung der Widerstandsfähigkeit des Schweizer Stromnetzes und Senkung der Kosten für die Netzverstärkung: ein in der Westschweiz einzigartiges Pilotprojekt für innovative Elektrizitätsgemeinschaften

Zunehmende Elektrifizierung, Ausbau der Photovoltaik, Last- und Produktionsspitzen: Um die Stabilität ihres Stromnetzes zu gewährleisten, steht die Schweiz vor grossen Herausforderungen. Die Kosten für die Netzverstärkung werden für die nächsten 30 Jahre auf 20 bis 30 Milliarden Franken geschätzt. Angesichts dieser Herausforderungen hat die HES-SO in Zusammenarbeit mit Groupe E und weiteren Akteuren der Branche ein innovatives Forschungsprojekt gestartet, an dem es sich mit 1,5 Millionen Franken beteiligt. Ziel ist es, an einem Pilotstandort innovative technische Lösungen und neue Geschäftsmodelle zur Optimierung des Energiemanagements auf Quartiersebene zu testen. Dieser Pilotstandort dient als Fallstudie für die gesamte Romandie und soll auch Teil eines europäischen Projekts mit 56 Partnern werden.

Freiburg, 18.12.2025 – Die Herausforderungen der Versorgungssicherheit und der Stabilität des Schweizer Stromnetzes stehen im Zusammenhang mit der sich rasch entwickelnden Dekarbonisierung und der damit einhergehenden zunehmenden Elektrifizierung (Photovoltaik, Wärmepumpen, Elektrofahrzeuge), den Änderungen der Gesetzgebung und der Energiepreise, neuen Vorschriften für lokale Elektrizitätsgemeinschaften und der Entwicklung sogenannter intelligenter Technologien. Diese Veränderungen haben Auswirkungen sowohl auf die Gewohnheiten der Verbraucherinnen und Verbraucher als auch auf die Verwaltung und Entwicklung der Netze und erfordern tiefgreifende Anpassungen der Infrastrukturen. Gemäss Schätzungen werden die Instandhaltung und die Verstärkung des Schweizer Netzes in den nächsten 30 Jahren zwischen 20 und 30 Milliarden Franken kosten.

Angesichts dieser Entwicklungen und mit dem Ziel der Sicherung der Widerstandsfähigkeit des Netzes und der damit einhergehenden Kostenbegrenzung befasst sich das von vier Hochschulen der HES-SO (1,5 Millionen Franken) und der Groupe E getragene angewandte Forschungsprojekt «Smart Energy District» mit zwei grossen Herausforderungen – den Produktions- und Nachfragespitzen.

Hierzu werden in einem in der Westschweiz einzigartigen Versuchs- und Forschungsraum unter aktiver Mitwirkung von Prosumenten (produzierenden Verbrauchern) auf Quartiersebene verschiedene Szenarien erstellt und bewertet, um die Relevanz neuer technischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Lösungen zu analysieren und zu testen. Die am Pilotstandort erzielten Projektergebnisse werden anschliessend an Fachleute weitergegeben (Wissenstransfer) und können von Energieversorgern in grösserem Massstab repliziert werden.