Die Energie vor Ihrer Haustür

Unterscheiden sich eigentlich die verschiedenen Arten von elektrischem Strom? Nein, Strom ist immer gleich und betreibt Ihre elektrischen Geräte auf dieselbe Weise. Beim Stromverbrauch gibt es deshalb keine Unterschiede. Ganz anders hingegen bei der Produktion! Dort gibt es enorme Diskrepanzen, die erhebliche Auswirkungen auf Umwelt und Wirtschaft in Ihrer Region haben können. Genau wie bei Obst und Gemüse bietet der lokale Einkauf auch beim Strom uns allen die Chance, unseren Strombedarf im Alltag verantwortungsbewusst zu decken.

Wie die Schweiz als Ganzes, bieten auch unsere Regionen optimale Voraussetzungen für die Produktion von Strom aus erneuerbaren Quellen. Neben der in unserem Land bereits gut etablierten Wasserkraft ist seit einigen Jahren auch die Nutzung der Sonnenenergie in unseren Breiten keine Ausnahme mehr. Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen erschöpfen diese Energiequellen keine natürlichen Ressourcen und tragen auch nicht zum Klimawandel bei. Ein weiterer Vorteil: Sie befreien uns von den Problemen, die Atomstrom kurz- und langfristig mit sich bringt.

De l'eau de là-haut

Mit der Kraft des Wassers 

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft ist seit über hundert Jahren eng in die Geschichte unseres Landes eingebunden und bildet eine Quelle des Wohlstands. Begünstigt wird die Wasserkraftnutzung durch die Topographie vieler Regionen sowie durch Regen und Schnee. Die Anlagen, die einst Pioniere mit viel Mut und festem Willen bauten, leisten uns noch heute gute Dienste. Die Wasserkraftwerke liefern erneuerbare Energie auf umweltschonende Weise. Natürlich hinterlassen sie auch Spuren in der Flora und Fauna. Gemeinsam mit den Kantonsbehörden sorgt Groupe E jedoch mit der Planung und Umsetzung geeigneter Massnahmen dafür, dass diese Beeinträchtigungen sich im Rahmen halten.

La Sarine en exemple

Zum Beispiel an der Saane


Schon 1904 entwickelte der visionäre Ingenieur Hans Maurer ein Konzept, wie man Wasserkraft der Saane durch mehrere Staustufen nutzen kann. Im Laufe des 20. Jahrhunderts entstand eine ganze Reihe von Kraftwerken, das letzte davon Ende der 1990er-Jahre. Dank modernster Technologie wird dieses Netzwerk heute wie eine einzige riesige Anlage mit einer maximalen Leistung von 200 MW gesteuert. Installationen dieser Grössenordnung erfordern regelmässige Investitionen, um einerseits die Stromversorgung sicherzustellen, dabei aber zugleich immer mehr Rücksicht auf die Natur zu nehmen. Die Staumauer Magere Au beispielsweise wurde vollständig saniert und schon 2005 mit einem der grössten Fischaufzüge der ganzen Schweiz ausgestattet. Die Staumauer Montsalvens erhielt 2013 eine Dotierzentrale, mit deren Hilfe oberhalb des Staubeckens mehr Wasser in den Fluss gelangt.

Partie du paysage

Harmonischer Teil der Landschaft


Obwohl ursprünglich künstlich angelegt, entwickelt sich der Greyerzersee zu einem landschaftlichen Juwel und erfreut Einwohner ebenso wie Touristen mit einer Vielzahl von Freizeitangeboten. Auch der weiter stromaufwärts zu Füssen der Stadt Freiburg gelegene Pérolles-See präsentiert sich seit über 30 Jahren als bedeutendes Naturschutzgebiet. Seine ganz unterschiedlichen Lebensräume, allen voran das durch Verlandung entstandene Röhricht, sind mit einer üppigen Flora besiedelt und bieten allein rund hundert Brut- und Zugvogelarten Schutz. Von Menschenhand geschaffen, werden diese imposanten Werke so zu Quellen von Schönheit und Leben.

La force de l’eau potable

Die Kraft des Trinkwassers


Bei hinreichend grossem Gefälle lässt sich vorhandene Wasserkraft zur Stromerzeugung nutzen, und das ist in einigen Trinkwassernetzen in unserem Voralpengebiet der Fall. In Granvillard, Haut-Intyamon und Château-d’Œx produzieren Kleinstwasserkraftwerke grünen Strom, ohne die Qualität des Trinkwassers zu beeinträchtigen.

Sous le soleil

Sonnige Zeiten


Solarzellen sind in unseren Regionen längst ein alltäglicher Anblick. Allein im Versorgungsgebiet von Groupe E erzeugen Fotovoltaikanlagen bis Ende 2019 eine installierte Leistung von fast 194 MWp. Von der Kleinanlage mit einem Dutzend Quadratmetern auf einem Einfamilienhaus bis zum Sonnenkraftwerk in Payerne, das mit 38 000 m² schweizweit zu den grössten seiner Art gehört, geht die Entwicklung dieser Energiequelle rasant voran, in ländlichen Gebiete mehr noch als in den Städten. Das von Groupe E betriebene Stromnetz ist dafür ein gutes Beispiel: Es umfasst fünfmal mehr dezentralisierte Produzenten als Stromanbieter in Grossstädten, obwohl der Stromverbrauch dort erheblich höher liegt. Die Stromverteilnetze sind von Anfang an dem Verbrauch entsprechend dimensioniert. In ländlichen Regionen ist mittlerweile ein Umdenken nötig, denn die entscheidende Rolle kommt mehr und mehr dem Produzenten zu.

D’autres énergies renouvelables

Weitere erneuerbare Energien


Haushaltsabfälle gelten natürlich nicht als erneuerbar, sehr wohl aber die Abwärme und Elektrizität, die bei ihrer Verbrennung anfällt, sofern die sonst vergeudete Energie rückgewonnen wird. Seit 2001 speist die Kehrichtverbrennungsanlage in Posieux (FR) in das Stromnetz Elektrizität ein, die mit Kehricht aus der gesamten Region erzeugt wird. Die Kantone Freiburg und Neuenburg besitzen zudem ein attraktives Potenzial für Windkraftanlagen. Mehrere bereits angelaufene Projekte werden in den kommenden Jahren an den Start gehen und die lokale Stromversorgung sinnvoll ergänzen.

Transition énergétique et autonomie

Energiewende und Autonomie


Die eidgenössische Energiestrategie 2050 gibt der lokalen Wasserkraft und neuen erneuerbaren Energien wie Sonnen- und Windkraft den Vorzug. So sehr die ökologischen Argumente überzeugen, darf dabei jedoch auch die energiewirtschaftliche Unabhängigkeit der Schweiz nicht ausser Acht gelassen werden. Die kluge, verantwortungsbewusste Nutzung regionaler Ressourcen im Einklang mit den Erwartungen der Verbraucher und mit dem Naturschutz weist den Weg in eine lebenswerte Zukunft für uns und unsere Kinder.