Das Wasser des Sees heizt und kühlt das HIB und das Alters- und Pflegeheim Les Mouettes in Estavayer-le-Lac

Die Bauarbeiten für das unterirdische Netz zur Zuleitung und Rückführung von Wasser aus dem bzw. in den See sind abgeschlossen. Ab diesem Winter werden das Hôpital Intercantonal de la Broye (HIB) und das Alters- und Pflegeheim «Les Mouettes» in Estavayer-le-Lac über dieses zu 100% auf erneuerbarer Energie basierende, innovative System geheizt und gekühlt. Eine Premiere im Kanton Freiburg.

 

Während der ersten Bauphase wurden die veralteten Ölheizungen durch Gasheizungen ersetzt, die es dem HIB ermöglichen, das Risiko einer grösseren Störung erheblich zu verringern. Der Bau des Netzes und einer Pumpstation sowie die Installation von zwei Wärmepumpen in der Heizanlage des Spitals wurden in einem zweiten Schritt realisiert. Die Wärmepumpen ermöglichen eine Erzeugung von Wärme aus zu 100% erneuerbaren Energiequellen; Gas dient somit nur noch als Zusatz- bzw. Notfalllösung. Das HIB und das Alters- und Pflegeheim senken auf diese Weise ihren Verbrauch fossiler Brennstoffe drastisch und stehen damit auch im Einklang mit dem kantonalen Energiegesetz, das bei einer Renovation öffentlicher oder halböffentlicher Gebäude verlangt, dass deren Energiebedarf zu 70% durch erneuerbare Energie gedeckt wird.

 

Drei Fliegen auf einen Schlag!

Durch das errichtete Netz zur Zuleitung und Rückführung kann Groupe E das Potenzial des Sees nutzen, der eine lokale und erneuerbare Energiequelle par excellence ist. Diese Premiere im Kanton Freiburg ermöglicht es nicht nur, die Gebäudefläche von 75 000 m3 des HIB und des Alters- und Pflegeheims zu heizen, sie wird auch der Wasserversorgung der Stadt und möglichen zukünftigen Bedürfnissen der kantonalen Fischzucht dienen. Die neue Pumpstation kann zudem als Notfallsystem im Falle einer Störung an der Zuführung der kommunalen Pumpstation eingesetzt werden. Die sich in Netznähe befindende Fischzucht kann bei Wiederaufnahme der Aufzucht mit für die Fischzuchtbecken geeignetem Rohwasser versorgt werden.

Und der Clou: Der Hafen der Socoop wird von einem kontinuierlichen Spülstrom profitieren, der die Wassererneuerung ermöglicht. Diese Frischwasserzufuhr wird die Algenausbreitung im Sommer einschränken.

 

Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Mit diesem Projekt trägt Groupe E zur Beschleunigung der Energiewende bei. Die Sanierung der Ölheizung und ihr Austausch durch ein Wärmepumpensystem verhindern den Ausstoss von jährlich 500 Tonnen CO2.

Bei der Festlegung des Leitungsverlaufs wurde darauf geachtet, den Baumschlag auf ein Mindestmass zu begrenzen und die künftige Entwicklung des Hafens der Sicel sowie die Renaturierung des Bachs Chapelle zu ermöglichen. Dies sind nur einige Massnahmen, die das Engagement für nachhaltige Entwicklung der Gruppe belegen.

 

Ein Netz mit Entwicklungspotenzial

Das Netz wird den Heiz- und Kühlbedarf der in der Nähe des zukünftigen Hafens der Sicel vorgesehenen Gemeindegebäude sowie des derzeit in der Planungsphase befindlichen Hôtel du Lac decken können.

 

Technische Merkmale und Kennzahlen

  • Unterirdisches Netz mit einer Gesamtlänge von 580 m
  • Zwei Wärmepumpen mit einer Gesamtleistung von über 800 kW
  • Heizung und Kühlung einer Fläche von 75 000 m3
  • Einsparung an CO2-Emissionen: 500 Tonnen pro Jahr
  • Investitionen durch Groupe E: CHF 2,2 Millionen
  • Dauer der Arbeiten: 20 Monate
  • Endgültige Inbetriebnahme: Winter 2020-2021